TEXTIL KUNST


Paramentik und Gobelinweberei

Kirstin Greulich

Glossar


Antependium

Das Antependium (von lat.: ante = vor und pendere = hängen) ist ursprünglich ein reich verzierter und bestickter Vorhang aus Stoff vor oder an den Seiten des Stipes (Altarunterbau). Gebräuchlich sind diese Vorhänge seit dem 4. Jahrhundert, im Mittelalter ist der Altar von der Mensa (Altarplatte) bis zum Boden oft nicht mit Stoff, sondern mit Holz, Edelmetall oder Stein auch an der Rückseite (Dorsale, franz. dossier) verkleidet, häufig auch mit Verzierungen geschmückt. Auch diese Verkleidung wird Antependium genannt. Seit 1570 ist in der katholischen Kirche ein Stoffbehang vorgeschrieben.

Gobelin

Der Gobelin, auch Wandteppich genannt, ist ein grossflächiger Teppich, mit dem bis in die Rokoko-Zeit hinein Wände der Räumlichkeiten der wohlhabenden Schichten in Europa verziert wurden. Bei Gobelins handelt es sich meist um Bildteppiche. Die Kunst der Herstellung von Gobelins nennt man Tapisserie.

Der Begriff leitet sich vom Namen der Familie Gobelin ab, die Anfang 1400 in Faubourg Saint-Marcel, bei Paris eine Scharlachfärberei besaß. 1607 begann man dort mit der Herstellung von Bildteppichen. Im Jahr 1630 betrieb der Niederländer Marc de Commans die Manufaktur für Wandteppiche in den Räumen der Gobelins.

Paramente

Als Paramente bezeichnet man die in der christlichen Liturgie verwendeten Gewänder und Tücher. Diese sind oft aufwändig und künstlerisch gestaltet. In der evangelischen Kirche sind das vor allem das Altartuch, die Stoffbehänge des Altars, und der Kanzel bzw. Ambo (Lesepult) in einer Kirche, in der katholischen, orthodoxen und anglikanischen Kirche (und in vielen evangelischen Kirchen außerhalb Deutschlands) neben den genannten auch die liturgischen Gewänder und das Korporale. Je nach Zeitpunkt im Kirchenjahr wechseln die liturgischen Farben. Jedoch unterliegen nicht alle Paramente dieser liturgischen Farbenordnung. Altartuch (nicht Behänge) und Korporale sind immer weiß.



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